Kongress : KULTUR.INKLUSIV STATT EXKLUSIV

Der Artikel 30 der UN-Behindertenrechtskonvention schreibt die uneingeschränkte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am kulturellen Leben fest. Auf dem 3. INKLUSIONSKONGRESS der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, in der Deutschen Zentralbücherei für Blinde in Leipzig, wurde über „Kultur für Alle“ diskutiert.

– Was müssen Kultureinrichtungen und politische Akteure leisten, damit Menschen mit Behinderung ihr kreatives und künstlerisches Potenzial entfalten können und dieses auch zur Bereicherung der Gesellschaft genutzt werden kann?
– Welche Rahmenbedingungen benötigen wir, damit Menschen mit Behinderung eine Vielzahl von Kulturangeboten genießen können?
– Weit über diese Fragen hinaus geht das Bundesteilhabegesetz, welches derzeit im Bundesministerium für Arbeit und Soziales als Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe zu einem modernen Teilhabegesetz erarbeitet wird.
Das Gesetz soll dem neuen gesellschaftlichen Verständnis nach einer inklusiven Gesellschaft Rechnung tragen und die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung verbessern. In einem Vortrag von Gabriele Lösekrug-Möller, MDB und parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales , wurden die wesentlichen, noch zur Diskussion stehenden, Änderungen gegenüber des Referentenentwurfs vorgestellt.

Weitere Informationen, die Vorträge in pdf und ein Livemitschnitt der Sendung unter :

http://www.spd-fraktion-sachsen.de/inklusionskongress/

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Inklusionskongress 2016 - Jetzt anmelden

Quelle : www.spd-fraktion-sachsen.de/inklusionskongress

 

Schulung der Arbeitgeber, Schwerbehinderten sowie gleichgestellten Arbeitnehmer der Unternehmen in der Region Meißen,Riesa,Großenhain

Der Kommunale Sozialverband Sachsen, Integrationsamt führt regelmäßig Schulungen für Arbeitgeber, Schwerbehinderte sowie gleichgestellte Arbeitnehmer der Unternehmen durch. Am 21.09. 2016 wurde speziell für hörbehinderte und gehörlose Arbeitnehmer diese Schulung, in den Diakonischen Werkstätten Großenhain für die Region Meißen Riesa Großenhain durchgeführt. In der Einführung stellte Herr Müller, Geschäftsführer der Diakonie Riesa Großenhain die Aufgaben, Ziele und Angebote der Diakonie vor. Frau Herrlich, Werkstattleiterin der Diakonischen Werkstätten, gab einen kurzen Überblick über die Arbeit und Angebote der Werkstätten für Behinderte. Im Anschluss informierte Frau Kruse, Sachbearbeiterin Kündigungsschutz und begleitende Hilfen im Integrationsamt Chemnitz, über die Neuregelungen im Schwerbehindertenrecht mit dem kommenden Bundesteilhabegesetz. Vom Technischen Beratungsdienst des KSV war Frau Mehnert anwesend, sie referierte zu den Möglichkeiten der Förderung von zusätzlicher Technik zur Ausgestaltung von behindertengerechten Arbeitsplätzen. Im Anschluß gaben Herr Dr. Müller und Herr Möcke , Büromitarbeiter im HÖRBIZ des Landesverbandes, einen kurzen Überblick über die Angebote des HÖRBIZ Chemnitz und die Technik für Hörgeschädigte die im Rahmen der Schaffung behindertengerechter Arbeitsplätze angeschafft wurden. Herr Kroel, Firma Humantechnik Aussendienst Büro Berlin, demonstrierte eine Auswahl an Technik an seinem Informationsstand und gab einen kurzen Bericht mit guten Beispielen in Sachsen, die zur Sicherung von Arbeitsplätzen für Hörgeschädigte beigetragen haben. Frau Franz, Hörbehindertenfachdienst der AWO Sonnenstein gGmbH Dresden berichtete über die Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit einer gehörlosen Mitarbeiterin, der sie in der Veranstaltung auch als Dolmetscher zur Verfügung stand. An Beispielen wurde den Teilnehmern die Besonderheit im Satzbau und Grammatik der Gebärdensprache und damit die Schwierigkeiten beim Verstehen von Gesprächen und Schriftstücken durch die gehörlosen Menschen erläutert. Deshalb ist es wichtig, dass gehörlose Mitarbeiter in jedem Falle durch einen Gebärdendolmetscher im Arbeitsleben unterstützt werden müssen. Die Finanzierung, auf Antrag, kann über das Integrationsamt erfolgen. In der anschließenden Diskussion gab es vor allem Fragen zur Finanzierung der Hörgeräte und dem Kampf mit den Krankenkassen. Es wurde deutlich, dass der IFD entsprechende Zusatztechnik wie FM – Anlagen, FM – Empfänger für Hörgeräte oder z. B. Fernbedienungen zur Arbeitsplatzausstattung übernehmen kann. Für Hörgeräte sind die Krankenkassen zuständig, der IFD kann aber im Rahmen der Anpassung von Hörgeräten, durch Empfehlungen zu einer optimalen Anpassung, mitwirken. Mit einer positiven Einschätzung zu den Informationen des Tages, ging ein interessanter Tag zu Ende. Einige Teilnehmer haben sich die Informationen zum HÖRBIZ Chemnitz mitgenommen und wir konnten unseren Bekanntheitsgrad in dieser Region ausbauen.

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Gebäude der Diakonischen Werkstätten Großenhain

Chemnitzer Marktplatz „Gute Geschäfte“

Asthäcksler, Fahrräder, Kinderanimation, Vorträge, Farbe für Wände, Unternehmensbesichtigungen – es gibt fast nichts, was bei einem Marktplatz „Gute Geschäfte“ nicht gehandelt werden kann. Am 20. September 2016 zeigten bereits zum zweiten Mal Chemnitzer Organisationen und Unternehmen, dass man gemeinsam Lösungen für konkrete Anliegen finden und sich gegenseitig unterstützen kann. Ziel des Marktplatz „Gute Geschäfte“ ist die niedrigschwellige und effektive Anbahnung neuer Kooperationen zwischen gemeinnützigen Organisationen und Unternehmen unserer Stadt. Dabei werden die Kooperationen in Form von Dienstleistungen und Know-how, Sachmittel, Infrastruktur und Kreativität gehandelt. Den Formen und Inhalten dieser zeitlich befristeten Kooperationen sind dabei keine Grenzen gesetzt – Geld als Transfermittel ist jedoch tabu. Es geht nicht um Spenden und Sponsoring im herkömmlichen Sinne, sondern um die gemeinsame Lösung konkreter gesellschaftlicher Anliegen in der Stadt.

Organisiert wird der Markplatz von der Bürgerstiftung für Chemnitz mit Unterstützung der Industrie- und Handelskammer Chemnitz (IHK), der Handwerkskammer Chemnitz (HWK) und der Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH (CWE).

Weitere Informationen gibt es hier : http://www.buergerstiftung-chemnitz.de/projekte/marktplatz-gute-geschaefte.html

Quelle : Homepage der Bürgerstiftung Chemnitz

 

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Die Angebote und Gesuche der Teilnehmenden Vereine bzw. Unternehmen

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Auch der Landesverband war mit Angeboten und Gesuchen dabei

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Herr Dr. Müller im Gespräch mit Herrn Stengel ( Klempnermeister ) Vertreter der IHK Chemnitz

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Alle Angebote am Mann

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Frau Poller ( Bürgerstiftung Chemnitz ) als Moderatorin der Veranstaltung

 

Sozialpolitisches Forum des VdK Sachsen e.V. zum Thema “ Arbeit anders gestalten“ ( Verbesserung der Inklusion im Arbeitsleben von Menschen mit Behinderungen )

Der VdK Sachsen e.V., hatte im Rahmen seiner 8. ordentlichen Landesverbandstage in Chemnitz, am 17.09.16 zum Sozialpolitischen Forum ins Hotel Mercure Vertreter der Politik und der Selbsthilfeorganisationen, Behindertenbeauftragte,  und Repräsentanten aus der Wirtschaft, den Kammern und der Agentur für Arbeit sowie seine Mitglieder zum Thema „Arbeit anders gestalten“, herzlich  eingeladen, um mit ihnen darüber ins Gespräch zu kommen. Der Vormittag war geprägt von Impulsvorträgen zu den Themen „Aktive Arbeitsmarktpolitik für Langzeitarbeitslose und Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen in der Arbeit“ von Dr. Sternberg vom  Bundes SGK e.V.  , „Verbesserung der Begleitung von Menschen mit Behinderungen in Arbeit“ von Dr. Degner vom sfw e.V., „Das Bundesteilhabegesetz und seine Auswirkungen auf die Werkstätten für behinderte Menschen“ von Herrn Raabs – Ltr. der Lebensbrücke Werdau. In einer ausreichenden Mittagspause, bei gutem Versorgungsangebot, konnten die Teilnehmer erste Gespräche zum Thema führen. Mit einem Vortag zur „Praxissituation“ von Menschen mit Behinderungen in Arbeit, durch Frau Rauschenbach vom Jobcenter Chemnitz, begann der Nachmittag. In einer anschließenden Podiumsdiskussion, an der neben der Präsidentin des VdK Deutschland e.V., Frau Mascher, auch die Vertreter der Sächsischen Landtagsfraktionen, Herr Krasselt für die CDU, Herr Hohmann für die SPD, Herr Brünler für die Die Linke, Herr Zschocke für die BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN  und der Bürgermeister für Bildung, Jugend, Soziales, Kultur und Sport der Stadt Chemnitz, Herr Rochold, teilnahmen, wurde das Thema noch mal „politisch tiefgreifend“ erörtert.

Mit einer positiven Einschätzung zu den Angeboten und Aussagen des Tages, aber auch mit dem Dank an die Organisatoren und Teilnehmer, ging ein interessanter Tag, der hoffentlich noch viele Nachwirkungen im Sächsischen Aktionsplan der Staatsregierung und im Bundesteilhabegesetz haben wird, zu Ende.

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Horst Wehner ( Vorsitzender des Landesverbandes des VDK Sachsen und Vizepräsident des Sächsischen Landtags) bei der Eröffnung

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Blick in die Runde

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Dr. Sternberg vom  Bundes SGK e.V

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Dr. Degner vom sfw e.V.

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Herr Raabs – Leiter der Lebensbrücke Werdau

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Frau Rauschenbach vom Jobcenter Chemnitz

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Das Podium der Podiumsdiskussion

Die CVAG möchte Menschen mit Behinderung den Alltag etwas erleichtern

Dafür sind viele teure Projekte geplant. Aber auch ein günstiges. Die Anschaffung der Anlage hat nur 200 Euro gekostet.

Menschen, die Probleme mit dem Hören haben, tragen oft ein Hörgerät. Doch das löst längst nicht alle Probleme. Davon kann Uwe Möcke, Vorsitzender des Vereins der Hörgeschädigten in Chemnitz, ein Lied singen. „Es verstärkt alle Geräusche, auch die aus dem Hintergrund, die man gar nicht braucht“, berichtet er. Darum könne eine Beratung in Räumen, in denen sich viele Menschen aufhalten, schwierig sein. Ein solcher Raum ist das Mobilitätszentrum des Chemnitzer Verkehrsbetriebs CVAG. Wer Fahrscheine oder Abo-Karten kaufen möchte, geht dorthin, aber auch alle Fragen rund ums Angebot der CVAG werden dort beantwortet.

Ab sofort gibt es im Mobilitätszentrum einen sogenannten Ringschleifenverstärker. Hinter dem kryptischen Wort verbirgt sich ein kleiner Apparat mit einem Hörer. Und der funktioniert so: Der Mitarbeiter der CVAG spricht in ein Richtmikrofon. Der Apparat baut ein Magnetfeld auf, der hörgeschädigte Kunde stellt in seinem Hörgerät das Programm mit der Spule ein, früher als Telefonspule bekannt. Steht der Kunde nun vor dem Apparat und damit im Magnetfeld, wird in seinem Hörgerät nur die Stimme des Mitarbeiters aus dem Mikrofon verstärkt. Der Kunde kann störungsfrei hören. Sollte ihm das noch nicht genügen, oder hört er vielleicht schlecht, hat aber kein Hörgerät, kann er auch zum Hörer greifen und so noch deutlicher verstehen, was der CVAG-Mitarbeiter sagt.

Am Eingang des Mobilitätszentrums weist ein Aufkleber auf den Ringschleifenverstärker hin. Laut Uwe Möcke wisse jeder Hörgeschädigte, was das Zeichen bedeutet. Auch in der Stadthalle, im Bürgerhaus, im Landesarchäologiemuseum und im Sozialamt gebe es solche Geräte. Zum Standard gehörten sie aber leider noch nicht. „Wir würden uns mehr davon wünschen“, sagt Möcke. Überall dort, wo Beratungen angeboten werden, wären er und seine Mitstreiter über solche Geräte froh, zum Beispiel in Banken, Ämtern, bei Ärzten oder am Bahnhof. Er komme ganz gut durchs Leben, so Möcke. Aber schwierig sei es auch im Bus, wenn Durchsagen gemacht werden, zum Beispiel zu Umleitungen. Wie viele Menschen in Chemnitz es gibt, deren Hörfähigkeit beeinträchtigt ist, kann Möcke nicht sagen. Deutschlandweit gehe man aber von 15 Millionen Menschen aus.

Der Ringschleifenverstärker habe nur 200 Euro gekostet, sagt CVAG-Sprecher Stefan Tschök. Manchmal könne man eben auch mit geringem Aufwand das Leben von Menschen mit Behinderungen erleichtern. Bis 2022 will die CVAG prinzipiell barrierefrei sein. Der dazu gehörige Arbeitsplan sieht unter anderem vor, dass bis 2018 insgesamt 14 neue Straßenbahnen angeschafft werden, um die alten Tatra-Bahnen zu ersetzen. Außerdem arbeite man weiterhin daran, die Haltestellen auszubauen, also dort ein Blindenleitsystem zu installieren und die Zu- und Abgänge abzuflachen.

 

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Diskret und effektiv: Uwe Möcke (links), Vorsitzender des Vereins der Hörgeschädigten in Chemnitz, testet das neue Gerät im Mobilitätszentrum der CVAG. Heiko Weingardt, Leiter des Mobilitätszentrums, spricht ins Mikrofon, Möcke hört es über den Hörer. Er kann aber auch ein Programm an seinem Hörgerät einstellen, über das er das Gesagte verstärkt wahrnimmt. Dafür sorgt ein Magnetfeld. Dann braucht er den Hörer nicht.

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Von Jana Peters
erschienen am 15.09.2016 Freie Presse Chemnitz