LV Bayern der Schwerhörigen und Ertaubten e.V. führt Herbsttagung in München durch

Vom 12. bis 14.10. 2018 führte der Landesverband Bayern der Schwerhörigen und Ertaubten seine Wochenendschulung für seine Mitglieder und Gäste im Leonardo Hotel München durch. Der Einladung waren leider nur 30 Teilnehmer aus den Selbsthilfegruppen und Selbsthilfevereinen für Schwerhörige aus Bayern und Vertreter der Hörgeschädigten aus Thüringen und Sachsen sowie Baden Württemberg gefolgt. Vom Landesverband der Schwerhörigen und Ertaubten Sachsen nahmen Frau Beate Dietmann, die stellvertretende Vorsitzende, Frau Anett Zimmermann, die Leiterin der SHG „CI-Lauscher“ und der Leiter der EUTB Beratungsstelle für Hörgeschädigte in Sachsen, Dr. Matthias Müller, an der Tagung teil. Auf dem Programm standen interessante Vorträge, so von Renate Welter zur neuen EU-Datenschutzverordnung und deren Auswirkungen im DSB auf die einzelnen Arbeitsgebiete, von Herrn Thomas Jaggo, dem Technik Beauftragten im DSB Landesverband Bayern, der zum Thema: Nutzung von Induktionsschleifen- Einbau und Pflege, referierte und dabei eine neue Informationsbroschüre für Schulen unter dem Slogan: „Technik für besseres Lernen und Kommunizieren“ vorstellte. Danach hatten die Vertreter der 4 namhaften CI-Hersteller die Möglichkeit ihre Produkte zu präsentieren. In einer breit angelegten Diskussion zu den Themen, wurde dann eine Auseinandersetzung der Teilnehmer mit dem Vorgetragenem erreicht. Am nächsten Tag ging es um EUTB Beratungsstellen im DSB. Herr Werner Hagedorn, als Leiter der EUTB Stelle des DSB –Landesverbandes Bayern, informierte die Teilnehmer über die Arbeitsweise und die bisherigen Erfahrungen in der EUTB Stelle. Aber auch die Vertreter aus Sachsen, Thüringen und Baden Württemberg, die auch alle EUTB Beratungen betreiben, äußerten sich zu dem Thema. Es wurde deutlich hervorgehoben, dass diese Beratungsangebote für alle gelten, nicht nur für Hörgeschädigte. Kritisch wurde angemerkt, dass die Vernetzung der EUTB Stellen noch nicht so funktioniert, wie man es sich wünscht, um Synergieeffekte zu erreichen und die „Spezialisten“ jeder EUTB Stelle effektiv zu nutzen. Natürlich blieb auch noch Zeit für individuelle Gespräche der Teilnehmer untereinander und zu ihren Problemen in der „hörenden Gesellschaft“. Am Ende der Schulung vereinbarten die Hörgeschädigtenvertreter von Bayern, Sachsen, Thüringen und Baden Württemberg, zukünftig noch enger zusammenzuarbeiten und sich zu verschiedenen Veranstaltungen gegenseitig einzuladen.

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Fachtag zu „Perspektiven der Hörgeschädigtenpädagogik in Mitteldeutschland“ an der Uni Leipzig

Die Fakultät der Erziehungswissenschaften der Universität Leipzig gestaltete in enger Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsbereich Pädagogik bei Sprach- und Kommunikationsstörungen der Martin Luther Universität Halle-Wittenberg einen Fachtag zu „Perspektiven der Hörgeschädigtenpädagogik in Mitteldeutschland“ am 01.10.18 im neu errichteten Fakultätsgebäude. Die einladenden und verantwortlichen Veranstalter, Prof. Glück – Uni Leipzig, und Prof. Sallat – Uni Halle, eröffneten den Fachtag und begrüßten die ca. 40 Teilnehmer. In ihren Eingangsstatements erläuterten sie die hundertjährige Geschichte der Hörgeschädigtenpädagogik durch Samuel Heinicke in Leipzig und der Wandel dieser spezifischen Pädagogik durch die Kultusministerbeschlüsse in den letzten 10 Jahren. Nun gilt es den neuen Herausforderungen in den Sonderschulen für Hörgeschädigte in Mitteldeutschland gerecht zu werden und in einem „Erweiterungsstudiengang“ ausgebildeten Pädagogen die „Hörgeschädigtenpädagogik“ zu vermitteln. Dazu wollen die Universitäten Leipzig und Halle einen Verbund gründen, um dies auszugestalten. Um in diesem Prozess die Erfahrungen bundesweit mit einfließen zu lassen, war als Hauptreferent des Fachtages Prof. Hennies vom Institut für Sonderpädagogik der Pädagogischen Hochschule Heidelberg eingeladen worden. Er machte in seinen Ausführungen klar, welche Module in der Hörgeschädigtenpädagogik unumstößlich sind und wie die verschiedenen praktischen Umsetzungen in den Sonderschulen dazu aussehen können. Ziel muss es sein, ein Netzwerk der Hörgeschädigtenpädagogik in der Bundesrepublik aufzubauen, auf Grund der immer weniger werdenden Hochschulen/Universitäten, die ein Direktstudium zur Hörgeschädigtenpädagogik anbieten, basierend auf die Initiative der Universitäten Leipzig und Halle. In der anschließenden Diskussion zum Vortrag konnten die anwesenden Pädagogen der Sonderschulen ihre Vorstellungen und Wünsche zu dem „Erweiterungsstudiengang“ äußern. Aber auch die Vertreter der Schulämter und der Sonderpädagogenverbände äußerten sich zu dem Vorhaben. Als Vertreter der Selbsthilfe für Hörgeschädigte nahm Dr. Müller vom Landesverband der Schwerhörigen und Ertaubten Sachsen an dem Fachtag teil und betonte in der Diskussion noch einmal die erforderliche enge Zusammenarbeit zwischen den Hörgeschädigtenpädagogen an den Sonderschulen und der Selbsthilfeorganisation. Leider fehlten die Vertreter der HNO-Kliniken der Universitäten Halle Leipzig, die aus medizinischer Sicht die Notwendigkeit eines Erweiterungsstudienganges hätten begründen können. Am Nachmittag des Fachtages wurde in Arbeitsgruppen detaillierte Planungen für den Erweiterungs-studiengang vorgenommen. Dr. Müller versicherte Prof. Glück am Ende des Tages, dass, der LV für eine aktive Mitgestaltung des Studienganges gern zur Verfügung steht.

DSB Strategie-Workshop zum Thema „Kommunikative Barrierefreiheit“ in Frankfurt am Main

Der sozialpolitische Referent des DSB, Andreas Kammerbauer, hatte das DSB Fachreferat „Barrierefreiheit“ und alle am Thema Interessierte vom 05.-07.10.2018 nach Frankfurt/M. in das Tagungshaus der PARITÄT „Hoffmanns Höfe“ zu einem Strategieworkshop eingeladen, um auf breiter Verständigungsbasis das Thema zu bearbeiten. Leider sind nur 12 Personen der Einladung gefolgt. In einer ersten Vorstellungs- und Kennenlernrunde konnte jeder Teilnehmer seine Erwartungen und Wünsche an den Workshop benennen. Vom Landesverband der Schwerhörigen und Ertaubten Sachsen e.V. nahm als Mitglied des Fachreferates, verantwortlich für barrierefreie Medien, Dr. Matthias Müller, an dem Workshop teil. Da weitere Verantwortungsgebiete im Fachreferat existieren, standen zunächst die Berichte dazu auf dem Programm. Zunächst wurde über eine Recherche zur Barrierefreiheit in den Fernbussen berichtet. Da die Betreiber von Fernbussen oft Privatunternehmen sind und die anderen Fahrdienste meist in regionale Verkehrsverbunde eingegliedert sind, ist eine Analyse des Themas sehr schwierig bzw. nur über verantwortliche Stellen in den Ländern anzuschieben. Da barrierefreie Fernbusse nur mit erheblichem Kostenaufwand realisiert werden können, gibt es wenig Chancen die Forderungen dazu durchzusetzen. Auch von der Bahn AG konnten kaum Fortschritte in der Barrierefreiheit (speziell bei den Info-Countern und im Fernverkehr) benannt werden. Zum barrierefreien Tourismus, welcher von der NATKO e.V. (Nationale Tourismus Kommission) verantwortet wird, gab es auf der Internetseite des Vereins viele neue Informationen zu den laufenden Projekten. Unverkennbar ist aber, dass die Hörgeschädigten nicht vordergründig im Fokus der Barrierefreiheit stehen. Am nächsten Tag wurde von einem Fachreferatsmitglied die gesamte Problematik Raum- und Schallakustik erläutert und die Messung des Nachhalls demonstriert. Ausgehend davon wurden dann praktische Anwendungsfälle in Kindergärten, Schulen, Beratungs- und Konferenzräumen u.a. diskutiert. Der Nachmittag, bis in den späteren Abendstunden, war dem Referenten Sven Niklas, von der Bundesfachstelle Barrierefreiheit in Berlin vorbehalten. Er erläuterte die Aufgaben und Ziele dieser Behörde, als Anlaufstelle für alle Träger der öffentlichen Gewalt, der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft und der Verbände, in den Belangen barrierefreie Veranstaltungen, digitale Barrierefreiheit und rechtliche Grundlagen dafür. Als Jurist ging er deshalb auf das Bundesgleichstellungsgesetz und AGG ein. In einer umfassenden Diskussion wurden die Auswirkungen und der Nutzen bei Durchsetzung der Gesetzesregelungen betrachtet. Am Abschlußtag des Workshops berichtete Dr. Müller von seiner Arbeit zu den barrierefreien Medien und durch den Vertreter vom LV Bayern wurde die Öffentlichkeitsarbeit „goldene Ringschleife“ vorgestellt und als Empfehlung für eine DSB Vermarktung diskutiert. Anstrengende, aber mit viel Wissensvermittlung belegte Tage vergingen wie im Fluge!

 

 

MED-EL Schulungswochenende in Schneverdingen

MED-EL Schulungswochenende in Schneverdingen

Eine der namhaften CI Herstellerfirmen „MED-EL“ hatte die DSB Selbsthilfeorganisationen (vor allem Leiter von Beratungsstellen) und CI-Gruppen aus ganz Deutschland nach Schneverdingen in der Lüneburger Heide zu einer Wochenendschulung vom 27.-29.09.18 eingeladen. Zu den 49 Teilnehmern gehörten auch 8 Vertreter von Ortsvereinen/Selbsthilfegruppen des LV der Schwerhörigen und Ertaubten in Sachsen. Nach einer wenig staubelasteten Anreise per Kleinbus in die schöne Lüneburger Heide, ins Hotel „Landhaus Höpen“, begann am Donnerstag-Abend das Programm mit Kennenlernen und Erfahrungsaustausch der Teilnehmer in der Gestaltung eines „Oktoberfestes“. Die offizielle Eröffnung und Begrüßung zum MED-EL Seminar übernahm am Freitag-Morgen Anita Zeitler, die Organisatorin und Managerin der MED EL Schulungen. Sie stellte das mitangereiste MED EL Team vor, welches das Seminar gestaltete.  Danach schlossen sich hochinteressante Fachvorträge zu den Produkten von MED-EL, zum Service und zur Rehabilitation von CI`s und zu weiteren technischen Lösungen für Spezialsituationen für CI-Träger, an. Insbesondere die Nutzung MED EL Akademie App wurde präsentiert. Ein besonderes Erlebnis für alle Teilnehmer war der Workshops, in denen man CI-Originale testen und bearbeiten konnte, d.h. welche Teile trägt man im Kopf/im Innenohr und welche am Ohr / Kopf und was leistet der Prozessor und wie gibt die Elektrode in der Cochlea die elektri-schen Impulse ab. Dabei konnte der RONDO 2 als Kompakt-prozessor am Kopf getragen, gegenüber dem SONNET Audioprozessor hinter dem Ohr getragen, verglichen werden. Auch eine Reihe von Fragen, die immer wieder zum CI gestellt werden bzw. der Unterschied zum Bonebridge konnten erläutert werden.  Da auch namhafte Firmen, die das „Zubehör zum guten Hören“ liefern (z.B. Phonak, Humantechnik, Bellman & Symfon) mit in einer Ausstellung vor Ort waren, hatten diese die Gelegenheit, am Freitag-Nachmittag ihre Produktpalette vorzustellen. Aber auch die Erfahrungsberichte von CI-Trägern und die Diskussion zu ihrer Lebensqualität sowie ihr Engagement in der Selbsthilfe bereicherten die Schulung. Für die Zukunft will MED EL mit dem „Individualisierungsprogramm“ OTOPLAN eine sensibilisierte Elektrodenauswahl und Verlegung nach einer Analyse der Cochlear (Hörschnecke) in den CI Zentren vornehmen lassen. Am Ende der Veranstaltung waren alle Teilnehmer begeistert von der guten Organisation der Tagung, deshalb bedankten sich die sächsischen Teilnehmer mit einem kleinen Präsent bei Anita Zeitler. Die Inhalte der Vorträge und Diskussionen erhalten die Teilnehmer des Seminars auf einen Stick, um es in der weiteren Arbeit vor Ort verwenden zu können. Wenn es 2019 wieder eine Schulung der Firma MED EL geben wird, werden die sächsischen Vertreter sehr gerne wieder daran teilnehmen.

Frank Heinrich (MdB) besucht EUTB- Beratungsstelle des Landesverbandes in Chemnitz

Der Bundestagsabgeordnete der CDU aus dem Wahlkreis Chemnitz besuchte am 20.09.18 die EUTB- Beratungsstelle des Landesverbandes der Schwerhörigen und Ertaubten Sachsen e.V., als eine von zwei bewilligten EUTB- Stellen in Chemnitz durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Berlin. Empfangen wurde Herr Heinrich vom Leiter der EUTB- Beratungsstelle, Herrn Dr. Müller. Anliegen seines Besuches war die Inaugenscheinnahme der Räumlichkeiten der Beratungsstelle und die Nachfrage zu den Anlaufschwierigkeiten bzw. positiven Eindrücken in den ersten Wochen der Beratungstätigkeit. Gleichzeitig bot er seine Unterstützung bei der Bewältigung kommender organisatorischer und finanztechnischer Probleme an. Wichtigstes Ergebnis dieses ersten Auftaktgespräches war das Kennenlernen der Arbeitsinhalte und Besonderheiten der Beratungsstelle sowie das Anliegen der Vernetzung. Außerdem ist mit dem Gespräch ein „direkten Draht“ nach Berlin, als eine hilfreiche Verbindung in die Politik und den Bundesbehörden, entstanden. Herr Heinrich bat Dr. Müller über alle relevanten Entwicklungen in der Beratungsstelle ihn stets zu informieren.