Integration in der Praxis

 

 Im Zusammenhang mit der Umsetzung der UN-BRK sprechen alle von Inklusion der Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft. Doch Inklusion ist ohne Integration der Menschen mit Behinderung untereinander unvorstellbar. Seit 15 Jahren führt deshalb der DSB – Landesverband der Schwerhörigen und Ertaubten Sachsen e. V. zusammen mit dem Körperbehindertenkreis der Ephorie Aue e. V. und dem Christlichen Blinden- und Sehbehindertendienst Sachsen e. V. eine jährliche Integrationsfreizeit, in den unterschiedlichsten Regionen der BRD durch. In diesem Jahr fanden die Tage ( 22. 08. – 30. 08. 2015 ) in der Bildungs – und Ferienstätte Uder (Eichsfeld) im Dreiländereck ( Hessen, Niedersachsen , Thüringen ) statt.Hörgeschädigten, Körperbehinderten und Sehbehinderten/Blinden wird in dieser Freizeit ein Miteinander ermöglicht , wo sie die Art und Besonderheit der Behinderung des Anderen kennen und verstehen sowie zu akzeptieren lernen. Dies schafft Vertrauen und Annahme und hilft, die Probleme der Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen zu analysieren und auf einen „gemeinsamen Nenner, als kleinstes gemeinsames Vielfache “  zu bringen. So entstehen Ideen und Konzepte, wie Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen sich in der Verwirklichung eines selbstbestimmten Lebens gegenseitig unterstützen können. Beispielgebend dazu sei genannt, wie ein Rollstuhlfahrer von einem hochgradig , an Taubheit grenzenden  Schwerhörigen in seinem Rollstuhl geschoben wird , die Verständigung aber mit Mundbildablesen erfolgt. Am Rollstuhl wurde ein großer Rückspiegel angebracht , mit dessem Hilfe der Hörgeschädigte das Mundbild des Rollifahrers ablesen kann. Oder wie eine Blinde , ihr sehr fein abgestimmtes Gehör dazu nutzt, um einen Hörgeschädigten, der sie führt , direkt die “ Botschaft “ ins Ohr( auf kürzestem Wege und mit optimaler Lautstärkeanpassung ) zu vermitteln. Durch solche und viele andere Erfahrungen lernen die Menschen mit Behinderungen untereinander und voneinander ihre eigenen Handycaps mit Hilfe der Stärken des Anderen leichter zu meistern. Dies schafft Selbstbewußtsein, erweitert den Horizont der Sichtweisen auf Behinderungen und motiviert zu aktiven Mitgestalten bei den gesellschaftlichen Veränderungsprozessen. Damit diese “ Lern – und Erfahrungsprozesse“ nicht zur Überanstrengung werden, bildet ein interessantes touristisches Programm in den Tagen der Integrationsfreizeit einen angenehmen Rahmen. Teilnehmer an solch einer Freizeit bestätigen immer wieder den Einfluß der Erkenntnisse aus diesen Tagen auf ihr Leben und sind froh , wenn sie im nächsten Jahr wieder mit dabei sein können.

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Der Teilnehmerkreis vor der Bildungs – und Freizeitstätte in Uder

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Beim Seminar im Schulungsraum

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 Ausflug nach Witzenhausen ( Hessen )

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Am Gradierwerk in Bad Soden

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