Festakt zum Beitritt Sachsens zur Koalition gegen Diskriminierung

Der Einladung der Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Sachsens, Frau Petra Köpping, in den Fliednersaal des Schlosshotels Pillnitz am 23.06.17 zur feierlichen Unterzeichnung des Beitritts Sachsens zur Koalition gegen Diskriminierung, waren ca. 40 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wohlfahrt und Selbsthilfe gefolgt. Nach einem sehr gelungenen musikalischen Auftakt durch das Duett „Still movin“ würdigte in ihrer Begrüßungsrede die Ministerin das Wirken des Freistaates zur Bekämpfung von Diskriminierung bezogen auf Merkmale ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexueller Identität. Als Ziele der Antidiskriminierungspolitik Sachsens nannte sie: Abwehr einer ideologiegestützten Menschenverachtung und politischer Extremismus, Vorranbringung der Chancengleichheit, Verbesserung der Demokratiekompetenzen, Abbau und Verhinderung von Diskriminierung, Stärkung von Kompetenzen zur Wertschätzung und Förderung von Vielfalt als Produktivfaktor in Wirtschaft und Verwaltung. Im Grußwort der Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Frau Christine Lüders aus Berlin, wurde der lange Weg zur Herausarbeitung der Vereinbarung ( Koalition ) gegen Diskriminierung hervorgehoben und kritisch, auf den erst jetzigen Beitritt Sachsens ( als 11. Bundesland ) in die Koalition, eingegangen. Mit Bedauern nimmt sie zur Kenntnis, dass der Ministerpräsident nicht persönlich die Beitrittsurkunde unterzeichnet. Trotzdem ist sie guter Hoffnung, dass die in Sachsen angedachten nächsten Schritte, Schaffung eines Lenkungsausschusses zur Bekämpfung von Diskriminierung über alle ministerellen Ressorts hinweg, aus zivilgesellschaftlichen Vertreterinnen und Vertretern der Antidiskriminierungskultur in Sachsen sowie Beauftragten der Staatsregierung für antidiskriminierungspolitisch relevanten Gruppen und der Aufbau eines regionalen Netzwerkes zur Beratung über das Allgemeine Gleichstellungsgesetzes ( AGG ),  erfolgreich sein wird. Den Festvortrag hielt der aus den Medien bekannte Inklusionsaktivist und Kämpfer gegen Diskriminierung und für gleichberechtigte Teilhabe, der kleinwüchsige Rolli Fahrer Raul Krauthausen aus Berlin. In seinen Ausführungen beleuchtete er den Alltag eines Menschen mit Behinderungen und seine erlebten Diskriminierungen in Gedanken, Worten und Taten. Ganz besonders krass empfand er dies, als er unerkannt in einem Behindertenpflegeheim „Probe wohnte“. Die Ministerin bedankte sich für diesen Perspektivwechsel und versprach noch genauer auf die „Kleinigkeiten“ im Alltag zu achten, die doch den Anfang einer Diskriminierung darstellen. Anschließend wurde mit der feierlichen Unterzeichnung der Urkunde zum Beitritt Sachsens in die Koalition gegen Diskriminierung der offizielle Teil der Veranstaltung abgeschlossen. Gespräche und Begegnungen zum Thema Antidiskriminierung unter den Teilnehmern schlossen sich an. Dies nutzte auch der LAH SH Vorsitzende, Dr. Matthias Müller, für ein Gespräch mit der Ministerin und die Bekundung der Mitwirkung der LAG SH im zu berufenden Lenkungsausschuss.

Das Duett „Still movin“

Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Sachsens, Frau Petra Köpping

Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Frau Christine Lüders aus Berlin,

Raul Krauthausen aus Berlin

Unterzeichnung der Vereinbarung ( Koalition ) gegen Diskriminierung

Der LAG-SH Vorsitzende, Dr. Matthias Müller im Gespräch mit der Ministerin

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9. Mitteldeutsches CI Symposium in Leipzig

Am 17.06.17 hatte der Cochlea Implantat Verband Mitteldeutschland seine Mitglieder und alle am Thema „Ausbildung und Beruf(seinstieg) für Hörgeschädigte“ Interessierte zum 9. Mitteldeutschen CI Symposium in das „Haus ohne Barrieren“, Friedrich Ebert Straße 77 in Leipzig eingeladen. Gekommen waren ca. 45 Teilnehmer, leider sehr wenige Jugendliche. Nach der Begrüßung der Anwesenden durch Frau Gängler, der Vorsitzenden des CI Verbandes Mitteldeutschland und jetzigen Geschäftsführerin der Deutschen CI Gesellschaft, berichtete Herr Christoph Metzler vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln, über eine Studie zur Ausbildungssituation von sinnesbehinderten Menschen. In den anschließenden Ausführungen berichteten die Vertreter der Arbeitsagentur Leipzig, Frau Yvonne Schulz und Herr Lars Bartsch vom Rehateam, über die Unterstützung Hörgeschädigter in Ausbildung und Beruf. Frau Andrea Merseburger erläuterte die berufliche Eignungsfeststellung und berufliche Orientierung für Hörgeschädigte durch das Berufsbildungswerk Leipzig. In der Mittagspause hatten die Teilnehmer nicht nur Gelegenheit sich bei einem „Brunch im Garten“ zu stärken, sondern auch die Ausstellungs- und Informationsstände der führenden CI Hersteller, der Firma Cochlear, Firma MED-EL sowie Firma Advanced Bionics/Phonak  zu besuchen. Mit einem Erfahrungsaustausch über ihre Ausbildung als Hörgeschädigte in Großbetrieben ( z.B. bei BMW in Leipzig als Metallfacharbeiter ) oder in Klein- und Mittelbetrieben (  z. B. in einem Hotel als Köchin ) wurde das Programm fortgesetzt. Anschließend konnten in einer Talkrunde alle Referenten und auszubildende Hörgeschädigte noch einmal ihre Erfahrungen aber auch Probleme und Vorbehalte zusammen mit den Beiträgen aus dem Publikum einbringen. Mit einem Ausblick auf das 10. Symposium im Juni 2018 schloss die sehr interessante Veranstaltung.

Regionalverband Vogtland der Schwerhörigen und Ertaubten e.V. besucht Landesverband

Der Regionalverband Vogtland der Schwerhörigen und Ertaubten, mit Sitz in Reichenbach, unter Leitung von Herrn Bernd Weber, machte mit einigen seiner Mitglieder am 13.06.17 eine Ausfahrt nach Chemnitz, wo sie Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigten und anschließend zu einem Kaffeetrinken Gäste im LV der Schwerhörigen und Ertaubten Sachsen e.V. waren. Herr Dr. Müller, der Leiter des HÖRBIZ Sachsen, begrüßte die Gäste in den Räumlichkeiten des LV in der Georgstraße 7e in Chemnitz und erläuterte ihnen die Anliegen des HÖRBIZ und die Aufgaben des LV. In einer angeregten Diskussion zu den Ausführungen und durch Nachfragen zu bestimmten Problemkreisen, konnte das Interesse an einer engeren Zusammenarbeit der beiden Vereine schnell verdeutlicht werden. Vor allem der umfangreiche Bestand an technischen Hilfsmitteln für Hörgeschädigte, für eine Nutzung im Regionalverband, weckte großes Interesse. So konnte am Ende des Besuches vereinbart werden, dass sich der Regionalverband ab sofort als kooperierendes Mitglied im LV versteht und auf dieser Grundlage ein kontinuierlicher Informations- und Erfahrungsaustausch erfolgt. Die Einladung für einen weiteren Besuch des LV durch den Regionalverband, nahm dieser dankend an. Mit viel Informationsmaterial ausgestattet und guten Eindrücken von der Arbeit des LV traten die Gäste ihre Rückfahrt ins Vogtland wieder an.

Teilhabekonferenz der PARITÄT Sachsen und der Lebenshilfe Sachsen e.V. im Berufsförderungswerk Dresden (BfW)

Am 13.06.17 führte die PARITÄT Sachsen und die Lebenshilfe Sachsen e.V. eine Teilhabekonferenz im BfW Dresden durch. Eingeladen waren die Vertreter der Lebenshilfe Organisationen in Sachsen, die Mitglieder der Parität und alle am Thema „Teilhabeprozess“ Interessierte. Als Referenten für die Vorträge am Vormittag waren gewonnen worden: Frau Julia Schulz von der PARITÄT Sachsen zum „Pflegestärkungsgesetz III“, Frau Claudia Scheytt von der PARITÄT Gesamtverband Berlin zum „Bundesteilhabegesetz“ und Herr Ulrich Niehoff von der Lebenshilfe Bundesverband Berlin zum Thema „Teilhabeberatung sozialräumlich gedacht“. Sehr gut konnte in den Vorträgen der Zusammenhang der Themen vermittelt und die aktuellen Arbeitsstände in der Anwendung bzw. Umsetzung erläutert werden. Frau Schulz ging in ihren Ausführungen besonders auf den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und der inhaltliche Übergang von der bisherigen Zuordnung im SGB XI in die neuen Paragraphen des SGB XII ein. Frau Scheytt machte mit ihrem Referat deutlich, wie das BTHG das SGB IX verändert, insbesondere im Artikel 1 Teil 1 (Regelungen für Menschen mit Behinderungen) und Teil 2 (Leistungen für Menschen mit Behinderungen – alles was früher im SBG XII mit der Sozialhilfe geregelt war). Abschließend ging sie noch einmal auf den Zeitplan und die abschnittsweise Umsetzung des BTHG ein. Herr Niehoff brachte mit seinen Ausführungen die Praxis der Teilhabe am Beispiel der KOKOBE (Kontakt-Koordinierung-Beratung) Stellen im Rheinland (konkret in der Stadt Köln) den Teilnehmern näher. Ziel seiner Anregungen und Erfahrungsberichte war eine Prüfung bzgl. der Verwertbarkeit für eine unabhängige Teilhabeberatung in Sachsen. Eine anschließende Diskussion zu den Vorträgen verdeutlichte die Stärken und Schwächen der Gesetzeswerke und ihre Anwendung in der Praxis. Der Nachmittag war gefüllt mit Seminararbeit in Arbeitsgruppen zu den Themen: 1. Pflege und Teilhabe , 2. Unabhängige Teilhabeberatung , 3. ICF basierte Hilfebedarfsermittlung, angeleitet/moderiert durch die Referenten des Vormittages und weiteren Verantwortlichen in der PARITÄT und Lebenshilfe für den „Teilhabeprozess“. Anschließend präsentierten die Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse und Anregungen zu den Gruppenthemen. So konnten sich alle Teilnehmer einen guten Überblick von den Ergebnissen verschaffen. Der Landesgeschäftsführer der PARITÄT Sachsen, Herr Michael Richter, fasste in seinem Schlusswort die Ergebnisse des Tages noch einmal zusammen und betonte, dass der Tag ein wichtiger „Mailenstein“ auf dem Weg zur Umsetzung des BTHG in Sachsen, incl. aller Auswirkungen zu anderen gesetzlichen Grundlagen darstellt, deshalb wird es weitere „Teilhabekonferenzen“ geben.

Frau Julia Schulz von der PARITÄT Sachsen

Frau Claudia Scheytt von der PARITÄT Gesamtverband Berlin

Herr Ulrich Niehoff von der Lebenshilfe Bundesverband Berlin

Blick in die Runde

 

CI-SHG trifft sich im GHZ Chemnitz

Anett Zimmermann, die Leiterin der CI-Lauscher-Selbsthilfegruppe Chemnitz/Erzgebirge, hatte am 10.06.17 zum Treffen von CI-Trägern, ihren Angehörigen und Freunden sowie allen Interessierten in den Beratungsraum des Gehörlosenzentrums in der Wielandstraße 9 eingeladen. 10 Teilnehmer waren aus der Stadt und dem Chemnitzer Umland gekommen. Im Rahmen des Schulfestes der „Georg-Götz-Schule“ für Hörgeschädigte fand parallel dort das Schülertreffen mit Grillabend statt. In einer Gesprächsrunde bei Kaffee und Kuchen tauschten sich die Teilnehmer über ihre Hörerfolge mit dem CI und Verläufe der Operation bzw. der Anpassung aus. Beim anschließenden Grillfest traf man sich dann mit ehemaligen Mitschülern und Freunden. Mit erfüllten Erwartungen und der Hoffnung, am 02.09.17 beim nächsten CI-Gruppentreffen wieder mit dabei zu sein, machten sich die Gäste auf den Heimweg.